Was ist ein Live-System?
Die meisten Linux-Distributionen lassen sich als sogenanntes Live-System direkt von einem USB-Stick starten – ohne dass dabei etwas auf dem Computer installiert oder verändert wird. Windows bleibt vollständig erhalten.
Man startet den Rechner vom USB-Stick, Linux lädt sich in den Arbeitsspeicher und läuft vollständig dort. Sobald man den Computer ausschaltet und den Stick entfernt, ist alles wie vorher. Es ist wie ein Probelauf ohne jedes Risiko.
Schritt für Schritt
Schritt 1
Distribution wählen
Für den ersten Kontakt mit Linux empfehlen sich Distributionen, die gezielt für Einsteiger und Windows-Umsteiger entwickelt wurden:
- Linux Mint – klassisches Startmenü, vertraute Bedienung, sehr beliebt für den Umstieg von Windows
- Ubuntu – weit verbreitet, gute Hardwareunterstützung, große Community
- Zorin OS – wurde speziell für den Wechsel von Windows entwickelt, sieht Windows sehr ähnlich
Auf der Website der gewählten Distribution die ISO-Datei herunterladen. Das ist das Abbild des Systems – meist 2–4 GB groß.
Schritt 2
USB-Stick vorbereiten
Die heruntergeladene ISO-Datei muss auf den USB-Stick geschrieben werden – ein einfaches Kopieren reicht dabei nicht aus. Dafür gibt es kostenlose Programme:
- Balena Etcher – sehr einfach zu bedienen: ISO auswählen, Stick auswählen, auf „Flash" klicken. Empfohlen für Einsteiger.
- Rufus – nur für Windows, etwas mehr Optionen, ebenfalls kostenlos.
Schritt 3
Vom USB-Stick starten
Jetzt muss der Computer so eingestellt werden, dass er beim Start vom USB-Stick bootet statt von der Festplatte. Das geht auf zwei Wegen:
- Boot-Menü: Beim Einschalten eine Taste drücken (je nach Hersteller F2, F8, F10, F11, F12 oder Entf/Del). Im erscheinenden Menü den USB-Stick als Startlaufwerk auswählen. Diese Option gilt nur für diesen einen Start.
- BIOS/UEFI: Die dauerhafte Einstellung der Startreihenfolge. Für einen einmaligen Test ist das Boot-Menü einfacher.
Im Zweifelsfall hilft eine Suche nach „Boot-Menü Taste [Computerhersteller]" im Internet.
Schritt 4
Linux erkunden
Linux startet direkt in eine vollständige Arbeitsumgebung. Jetzt kann man alles ausprobieren: den Browser öffnen, die Dateiverwaltung erkunden, die Systemeinstellungen ansehen. Das System läuft komplett aus dem Arbeitsspeicher – das macht es manchmal etwas langsamer als nach einer echten Installation, vermittelt aber einen guten ersten Eindruck.
Gespeicherte Dateien und vorgenommene Einstellungen gehen beim Ausschalten verloren – das System startet beim nächsten Mal wieder im Originalzustand. Das ist im Live-Betrieb normal.
Noch unsicher, welche Distribution die richtige ist? Unser Vergleich hilft bei der Entscheidung.
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