Die Situation
Stand: Oktober 2026
Am 13. Oktober 2026 läuft der verlängerte und kostenlose Support (ESU = Extended Security Updates) für Windows 10 aus. Für alle, die am ESU-Programm teilgenommen haben, stellt sich erneut die Frage, wie es weiter geht.
Die Gründe für das Bleiben bei Windows 10 sind vielfältig: Die vorhandene Hardware wird von Windows 11 nicht unterstützt, oder der Wechsel wird aus verschiedenen Gründen hinausgeschoben oder generell abgelehnt.
Aufgrund der Speicherkrise wird in 2026 ein Rechnerneukauf oder die Erweiterung vorhandener Hardware verhältnismäßig teuer. Die Preise für Arbeitsspeicher (RAM), Datenträger (SSD, NVMe) und Grafikkarten sind wegen des hohen Bedarfs für KI-Rechenzentren extrem angestiegen. Wer im Oktober 2025 mit dem Kauf neuer Hardware für Windows 11 gewartet hat, erlebt jetzt eine üble Überraschung.
Bitte denkt daran, vor einem Upgrade oder der Installation eines Betriebssystems ein Backup eurer persönlichen Daten, eurer Bildersammlungen sowie von Zugängen und Passwörtern auf einem externen Datenträger zu erstellen! Wenn etwas schiefläuft, sind diese Daten unter Umständen verloren und können nicht mehr gerettet werden.
Option 1: Mit Windows 11 weiterarbeiten
Upgrade auf Windows 11
Wer keine Abneigung gegenüber Windows 11 hat und dessen Hardware offiziell unterstützt wird, wechselt einfach zu Windows 11. Windows Updates drängt mit dieser Möglichkeit schon seit einiger Zeit dazu, was den Wechsel sehr einfach macht.
Dennoch gibt es bekannte Gründe, die gegen Windows sprechen und immer mehr Menschen verärgern: der Microsoft-Konto-Zwang (der mit dem erweiterten Support theoretisch bereits akzeptiert wurde), Werbung und Bloatware im Betriebssystem sowie nach Updates immer wiederkehrende Fehler und Probleme. Zudem scheinen KI-Features mit aller Gewalt und ohne Sinn und Verstand in das Betriebssystem gepresst zu werden. Den Datenschutz (Telemetriedaten und Recall) lassen wir einmal außen vor.
Hardware wird nicht unterstützt
Wird die vorhandene Hardware von Windows 11 nicht unterstützt, gibt es folgende Möglichkeiten:
Alte Hardware erweitern
In manchen Fällen reicht es aus, den Arbeitsspeicher (RAM) zu erweitern oder eine größere bzw. schnellere Festplatte oder SSD einzubauen. Inwieweit das sinnvoll ist, hängt vom Alter der Hardware und den Kosten für die notwendige Erweiterung ab.
Neue Hardware kaufen
Einen komplett neuen Rechner erwerben – gegebenenfalls mit vorinstalliertem Windows 11. Das dürfte der sicherste, aber auch der teuerste Weg sein. Auf dem alten Rechner sind die persönlichen Daten noch immer vorhanden und können problemlos auf den neuen PC übernommen werden.
Gebrauchte Hardware kaufen
Eine Alternative zu neuer Hardware sind gebrauchte Rechner. In vielen Fällen werden diese auch mit Windows 11 zu relativ günstigen Preisen angeboten. Achtung: Manche Händler verkaufen PCs mit Windows 11, die offiziell nicht die Hardwareanforderungen erfüllen. Daher sollte genau hingeschaut und vor dem Kauf geprüft werden, ob es sich um eine Mogelpackung handelt. Außerdem ist nicht auszuschließen, dass die Preise gebrauchter Hardware aufgrund der Speicherkrise ebenfalls anziehen werden.
Hardwarevoraussetzungen umgehen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Hardwarevoraussetzungen von Windows 11 zu umgehen und es so auf nicht unterstützter Hardware zu installieren. In vielen Fällen funktioniert das zunächst problemlos. Dabei werden jedoch (oft unbewusst) Risiken eingegangen, die die Sicherheit des Systems beeinflussen können. Wir raten daher von dieser Variante ab.
Extended Security Updates
Das ESU-Programm für Privatpersonen ist auf ein Jahr begrenzt. Es gibt keine offizielle Möglichkeit, dieses ESU-Programm über den 13. Oktober 2026 hinaus zu verlängern. Für Geschäftskunden gibt es eine kostenpflichtige Variante, bei der eine maximale Unterstützung bis Oktober 2028 möglich ist.
Option 2: Ohne Windows 11 weiterarbeiten
Windows 11 soll nicht auf den Rechner, oder es ist kein Geld für neue Hardware vorhanden? Dann bietet sich Linux als alternatives und kostenloses Betriebssystem an. Es gibt viele Distributionen, die sich für Einsteiger oder Wechselwillige anbieten – leicht zu installieren und oft mit einer Benutzeroberfläche, die an die Optik von Windows angelehnt ist.
Wer von Windows weg möchte und für den Linux keine Alternative ist, kann auf eine andere Plattform wechseln. Apple könnte hier eine Lösung sein – macOS läuft nur auf Apple-Hardware, ist aber sehr zuverlässig. Apple-Geräte sind im Vergleich zu normaler PC-Hardware recht teuer, und auch hier ist wegen der Speicherkrise mit steigenden Preisen zu rechnen. Apple unterstützt seine Hardware ca. 8 Jahre lang mit macOS-Updates.
Eingeschränkt kann Windows 10 offline – also ohne Internetzugang – weiter verwendet werden. Das ist sinnvoll, wenn Programme genutzt werden, die für andere Plattformen nicht verfügbar sind. Aber Achtung: Viele Programme benötigen inzwischen eine aktive Internetverbindung oder müssen innerhalb einer bestimmten Zeit mindestens einmal online gehen. In diesem Fall raten wir von der Weiternutzung ab. Für Surfen und E-Mail kann parallel Linux als Dual-Boot installiert werden.
Weiterführende Informationen
Extended Security Updates für Windows 10
- ESU-Programm (Extended Security Updates) für Windows 10
- Erweiterte Sicherheitsupdates (ESU) für Windows 10