Einer der großen Unterschiede zwischen Linux und Windows: In Linux können Sie die Desktopumgebung (auch Desktop Environment, DE) frei wählen und wechseln. Die Desktopumgebung bestimmt, wie Ihr System aussieht und wie Sie damit arbeiten – unabhängig vom darunterliegenden Linux-System.


Die wichtigsten Desktopumgebungen

Desktop Look & Feel RAM-Bedarf Anpassbarkeit Ideal für
GNOME Modern, aufgeräumt, macOS-ähnlich ~800 MB Gering (via Extensions erweiterbar) Einsteiger, modernes Arbeiten
KDE Plasma Funktionsreich, Windows-ähnlich ~700 MB Sehr hoch Windows-Umsteiger, Power-User
XFCE Klassisch, schlicht ~300 MB Mittel Ältere Hardware, ressourcenschonend
Cinnamon Klassisch, Windows-ähnlich ~500 MB Hoch Windows-Umsteiger (Linux Mint)
MATE Klassisch (GNOME 2 Fortsetzung) ~350 MB Mittel Fans des klassischen GNOME-Stils
LXQt Sehr schlicht, minimalistisch ~200 MB Gering Sehr alte Hardware, Netbooks

Details zu den wichtigsten Desktops

GNOME

GNOME ist die Standard-Desktopumgebung von Ubuntu und Fedora. Das Design ist bewusst reduziert: kein klassisches Startmenü, stattdessen eine Activities-Übersicht. Moderne, aufgeräumte Optik – anfangs gewöhnungsbedürftig, nach kurzer Zeit produktiv.

Durch Extensions lässt sich GNOME stark anpassen (z.B. klassische Taskleiste hinzufügen).

KDE Plasma

KDE Plasma bietet von allen Desktops die größte Ähnlichkeit mit Windows: Startmenü unten links, Taskleiste, Systemtray. Gleichzeitig ist es extrem anpassbar – Panels, Widgets, Themes, Effekte. Trotz des Funktionsreichtums ist KDE Plasma erstaunlich ressourcenschonend.

Empfehlung für Windows-Umsteiger, die volle Kontrolle über ihren Desktop wollen.

XFCE

XFCE setzt auf Einfachheit und Geschwindigkeit. Die Oberfläche ist klassisch, das Startmenü vertraut. XFCE läuft flüssig auf Systemen mit 1 GB RAM und ist ideal, wenn man ältere Hardware nicht in den Müll geben möchte.

Kein Schnickschnack, keine Animationen – dafür zuverlässig und schnell.

Cinnamon

Cinnamon ist die Hausdesktopumgebung von Linux Mint und wurde speziell für Windows-Umsteiger entwickelt. Das Layout mit Startmenü, Taskleiste und Systemuhr wirkt sofort vertraut. Gut anpassbar, stabil und aktiv weiterentwickelt.

MATE

MATE ist eine Weiterführung von GNOME 2 – für alle, die den klassischen GNOME-Desktop vermissen. Zweipaneliges Layout (oben Menü, unten Taskleiste), vertraut und bewährt. Gute Wahl für Systeme mit moderaten Ressourcen.

LXQt / LXDE

LXQt ist die modernisierte Version des LXDE-Desktops und der ressourcenschonendste vollwertige Desktop. Läuft auf sehr alten Systemen (Pentium-Ära) noch flüssig. Keine Animationen, minimaler Speicherbedarf.

Ideal für sehr alte Hardware, Embedded-Systeme oder wer maximale Geschwindigkeit will.


Ich komme von Windows – welcher Desktop?

Empfehlung

Für den klassischen Umstieg von Windows 10/11 empfehlen wir KDE Plasma (z.B. via Kubuntu oder KDE Neon) oder Cinnamon (via Linux Mint). Beide bieten ein vertrautes Layout und sind gleichzeitig modern und stabil.

Wer weniger Anpassungen braucht und ein cleanes, aufgeräumtes System schätzt, ist mit GNOME (Ubuntu, Fedora) gut bedient.

Haben Sie einen älteren Rechner mit wenig RAM, ist XFCE die beste Wahl.