Was ist das Steam Deck?
Das Steam Deck ist ein tragbarer Gaming-PC von Valve, dem Unternehmen hinter der Steam-Spieleplattform. Seit seiner Veröffentlichung im Februar 2022 hat es sich zu einem der meistverkauften Handheld-Gaming-Geräte weltweit entwickelt.
Was das Steam Deck für Linux-Nutzer besonders interessant macht: Es läuft auf SteamOS, einem auf Arch Linux basierenden Betriebssystem. Das bedeutet: Millionen von Spielern spielen täglich Linux – viele davon, ohne es zu wissen.
Was ist Proton?
Proton ist eine von Valve entwickelte Kompatibilitätsschicht, die Windows-Spiele direkt unter Linux ausführbar macht – ohne dass die Spieleentwickler ihre Spiele anpassen müssen. Es basiert auf dem Open-Source-Projekt Wine, wurde aber erheblich weiterentwickelt und mit modernen Grafik-Übersetzungsschichten wie DXVK (DirectX zu Vulkan) ergänzt.
Das Ergebnis: Viele Windows-Spiele laufen unter Linux mit Proton so gut oder manchmal sogar schneller als unter Windows – weil der direkte Grafik-API-Weg über Vulkan effizienter sein kann als Microsofts DirectX-Stack.
Die Kompatibilität ist auf der Community-Website ProtonDB dokumentiert: Nutzer berichten dort, wie gut einzelne Spiele unter Linux funktionieren. Über 10.000 Spiele gelten als vollständig kompatibel.
Was läuft – und was nicht?
- Die große Mehrheit der Steam-Bibliothek – Single-Player-Spiele, Indie-Titel, viele AAA-Spiele
- Spiele mit Vulkan-Unterstützung (oft sogar bessere Performance als unter Windows)
- Ältere Spiele ohne Kopierschutz oder Anti-Cheat
- Spiele, die EAC (Easy Anti-Cheat) oder BattlEye nutzen und deren Entwickler Linux ausdrücklich freigegeben haben
- Native Linux-Spiele (ohne Proton)
- Kompetitive Multiplayer-Spiele mit Anti-Cheat, die Linux nicht freigegeben haben (z. B. einige Versionen von Valorant, bestimmte Battle-Royale-Titel)
- Spiele mit proprietären Kernel-Treibern als Sicherheitssystem
- Manche Online-Spiele mit serverseitiger Anti-Cheat-Erkennung
- Spiele mit sehr neuen DirectX-12-Ultimate-Funktionen (zunehmend besser, aber noch nicht vollständig)
Was bedeutet das für Desktop-Nutzer?
Der Erfolg des Steam Decks hat die Linux-Gaming-Situation spürbar verbessert – weit über das Gerät selbst hinaus:
- Valve investiert kontinuierlich in Proton und SteamOS, weil das Steam Deck es wirtschaftlich notwendig macht
- Spieleentwickler werden zunehmend aufmerksam und testen ihre Spiele auf Linux-Kompatibilität
- Die Steam-Linux-Nutzerbasis ist durch das Steam Deck deutlich gewachsen
- Viele Verbesserungen aus dem Steam-Deck-Ökosystem kommen auch Desktop-Linux-Nutzern zugute
Wer unter Linux spielen möchte, findet heute eine deutlich reifere Situation als noch vor einigen Jahren. Für Gelegenheitsspieler mit einer gemischten Steam-Bibliothek ist Linux als Gaming-Plattform in vielen Fällen eine reale Option. Wer ausschließlich kompetitiv spielt und auf Spiele mit strikter Anti-Cheat-Software angewiesen ist, muss dagegen weiterhin mit Einschränkungen rechnen.
Spielekompatibilität auf ProtonDB prüfen Linux – Vor- & Nachteile